Hagebuttentee

Hagebuttentee
Hagebuttentee schmeckt säuerlich-fruchtig und ist sowohl im Sommer als auch im Winter eine wunderbare Erfrischung.

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In der Naturheilkunde ist die Hagebutte seit Jahrhunderten geschätzt als Mittel zur Stärkung, bei Darmproblemen und Blasenleiden sowie zur Förderung der Wundheilung. Die wohl üblichste Darreichungsform ist der Hagebuttentee. Obwohl es bisher keine wissenschaftlich anerkannten Belege für die Heilwirkung der Hagebutte gibt, hat sich der Glaube an ihre Wirksamkeit in all den Jahrhunderten bis zum heutigen Tag gehalten. Die auf Erfahrungswerten beruhende Überlieferung lässt sich nicht beirren. Hagebuttentee ist deshalb sowohl als gesundes und leckeres Heißgetränk beliebt und weit verbreitet, als auch ein gerne genutztes therapeutisches Mittel in der Volksmedizin.

Übrigens sind es ausschließlich die im Volksmund als „Früchte“ bezeichneten tieforangen Beeren der Hecken- oder Hundsrose, die medizinisch von Interesse sind. Die übrigen Teile (Blätter, Stiele, Wurzeln) des Rosengewächses – lateinisch: Rosa canina – werden nicht verwendet. In den Beeren sitzen die eigentlichen Früchte der Pflanze, die „Nüsschen“. Auch sie werden genutzt, aber meist ist es die saftig-reife Schale, auf die es ankommt. Sie ist auch die Grundlage zur Herstellung des Hagebuttentees.

Gewinnung & Wirkstoffe

Nachdem die Heckenrose zum Ende des Sommers ihre weiß-rosa Blüten verloren hat, lassen sich schnell die Hagebutten erkennen. Sie haben je nach Rosenart eine rundliche bis längliche Form und verfärben sich im Verlauf ihrer Reifung von hellorange bis tiefrot. So leuchten sie durch den ganzen Herbst bis in den Winter hinein. Die Ernte erfolgt, wenn die Hagebutten vollreif sind. Sie lassen sich dann ganz einfach vom Strauch abstreifen. Ihre Schale lässt sich leicht eindrücken, ist jedoch nicht matschig. Zur Herstellung von Hagebuttentee werden nun die Hagebutten an einem luftigen Ort ausgelegt und vorgetrocknet. Die endgültige Trocknung erfolgt bei einer Temperatur von 35 bis maximal 40 Grad Celsius. Dann werden die Schalen zerkleinert und als lose Ware oder in Teebeuteln angeboten.

Geschätzt wird vor allem der immens hohe Gehalt an Vitamin C, der mit einem Gehalt von bis zu 1,7 Prozent im getrockneten Produkt weit über der im Arzneibuch (*) geforderten Höhe liegt. Die Hagebutte gilt als eine der Vitamin C-reichsten Früchte schlechthin. Darüber hinaus hat sie jedoch auch einen nennenswerten Anteil an B-Vitaminen, dem Provitamin A, Vitamin K, sowie dem antioxidativen Farbstoff Lycopin, Fruchtsäuren, Gerbstoffen, Flavonoiden und Pektinen.

Anwendungsgebiete

Hagebuttentee wird traditionell zur Steigerung der Abwehrkräfte und Stärkung des Immunsystems eingesetzt und somit zur Vorbeugung vor Erkältungs- und Infektionskrankheiten. Er eignet sich gut zum Kräfteaufbau nach überstandener Krankheit oder nach einer Diät. Da Hagebuttentee auch eine harntreibende Wirkung nachgesagt wird, wird er traditionell bei Entzündungen der ableitenden Harnwege sowie zur Entgiftung im Rahmen von Fasten- und Entschlackungskuren eingesetzt. Als Beimischung findet man Hagebutte zudem in schweißtreibenden Tees.
Für den Hagebuttentee werden 2 Teelöffel getrocknete Hagebutten mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen, dann muss er etwa 5 bis 8 Minuten ziehen, bevor er abgeseiht wird. Täglich 2 bis 3 Tassen dienen der Abwehrsteigerung.

Laut Kommission E des BfArM ist die Wirkung des Hagebuttentees allerdings nicht wissenschaftlich belegt, da der Wirkstoffgehalt stark variieren und mit der Lagerung schnell abnehmen kann (1).

Nebenwirkungen

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Nebenwirkungen beim Genuss von Hagebuttentee sind nicht bekannt. Selbst als Getränk für Kinder ist der säuerlich-fruchtig schmeckende Tee – oft auch gemischt mit Malve, Hibiskus oder anderen Früchten – ein erfrischender und nebenwirkungsfreier Haustee und eine gute Alternative zu Limonaden.

Wichtiger Hinweis zur Wechselwirkungen von Hagebuttentee mit anderen Medikamenten. Es ist dringend empfohlen bei Einnahme von Medikamenten, einen Arzt zu konsultieren, der über die Wechselwirkung Auskunft geben kann. Beispielsweise kann die Wirkung von bestimmten Medikamenten bei Konsum von Hagebuttentee abgeschwächt oder im schlimmsten Fall aufgehoben werden.

Wichtiger Hinweis zu Hagebuttentee

Überdosierung oder Dauergenuss sollten generell bei allen pflanzlichen Mitteln vermieden werden. Es ist empfehlenswert, für Abwechslung zu sorgen.
Wer gegen andere Rosengewächse allergisch reagiert, sollte beim Genuss von Hagebuttentee besonders vorsichtig sein.

Herstellung & Qualität von Hagebuttentee

Eigentlich ist die Heckenrose und somit die Hagebutte weltweit verbreitet. Für Hagebuttentee werden vor allem Rohstoffe aus Osteuropa, Chile und China verarbeitet. Wichtig ist neben der hochwertigen Qualität des Ausgangsproduktes – möglichst Bioqualität oder Wildpflanzen – auch die sehr schonende Verarbeitung. So ist es wichtig, dass bei der Trocknung eine maximale Temperatur von 40 Grad Celsius nicht überschritten wird. Ein hochwertiges Produkt aus der Apotheke, dem Reformhaus oder einem Bioladen ist zu empfehlen. Wichtige Hinweise geben auch die Selbstauskünfte der Hersteller zu ihren Rohwaren, Herstellungsverfahren sowie internen Qualitätskriterien und –siegeln.

In der Vergangenheit wurde von Stiftung Warentest Pestizide in Früchtetees gefunden. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass teilweise auf künstliche Weise Vitamine hinzugefügt wurden. Daher sollte man grundsätzlich die Inhaltsstoffe ansehen und aufgrund der Pestizide Thematik auf biozertifizierte Hagebuttentees zurückgreifen. (2)

Die eigene Herstellung von Hagebuttentee ist übrigens auch relativ einfach: Die im Herbst an einer abgasfreien Stelle geernteten, reifen Hagebutten werden halbiert und von den Nüsschen und inneren Borsten befreit. Die Schalen werden nun im Backofen vorsichtig getrocknet – und schon ist der Hagebuttentee fertig. Wer will, kann die getrockneten Schalen noch etwas zerkleinern.


Wichtiger Hinweis

Alle bereitgestellten Informationen auf Naturheilmittel-info.de dienen ausschließlich der Information und ersetzen niemals den medizinischen Rat Ihres Arztes. Bevor Sie Medikamente, Medizinprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen ist immer ein Arzt zu konsultieren, der über die Wirksamkeit und Wechselwirkung mit anderen Medikamenten Auskunft geben kann. weitere Informationen

Zusammenfassung

  • Hagebuttentee gilt traditionell als ein guter Vitamin C-Lieferant und daher als vorbeugendes Mittel zur Immunstärkung und Infektionsabwehr während der Erkältungszeit.
  • In der Volksmedizin wird Hagebuttentee gerne als harntreibendes Mittel bei Harnweginfekten eingesetzt. Da er leicht entwässert, ist er oft Bestandteil von Fasten- oder Entschlackungsteemischungen.
  • Bei Darmproblemen (Verstopfung) wird Hagebuttentee traditionell auch wegen seiner leicht abführenden Wirkung geschätzt.

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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.


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Literaturquellen zum Artikel

  • (*) BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte): „Nach § 55 Arzneimittelgesetz ist das Arzneibuch eine vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich-Institut und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bekannt gemachte Sammlung anerkannter pharmazeutischer Regeln, die von der Europäischen Arzneibuch-Kommission, der Deutschen Arzneibuch-Kommission oder der Deutschen Homöopathischen Arzneibuchkommission beschlossen wurden.“
  • (1) Kommission E (BGA/BfArM), Monographie Rosae fructus, Bundesanzeiger: 1.9.1990, Heft 164
  • (2) Stiftung Warentest zu Pestiziden in Früchtetees u.a. im Hagebuttentee

Stand: 6. April 2014

Ein Gedanke zu “Hagebuttentee

  1. H.J. Glüe

    Die Hagebutte enthält, wie oben gesagt, Vitamin K. Vitamin K reduziert die Wirkung von einigen blutgerinnungshemmenden Medikamenten, wie z.B. Previscan (Fluindione). Ist der Gehalt an Vitamin K von einer Größenordnung, dass Vorsicht geboten ist? Sollte im Abschnitt „Nebenwirkungen“ ein Hinweis stehen?
    M.f.G. Hj. Glüe

    • admin Beitragsautor

      Hallo Herr Glüe,

      vielen herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Gerne werden wir Ihren Hinweis im Bereich Nebenwirkungen aufnehmen. Es ist generell hilfreich bei Einnahme von Medikamenten einen Arzt zu konsultieren, der zu Wechselwirkungen mit Lebensmitteln und oder anderen Medikamenten eine fundierte Aussage treffen kann.

      Darüber hinaus finden Sie hier noch einen Artikel zu dem Thema https://www.herzstiftung.de/Marcumar-Vitamin-K.html

      Viele Grüße und besten Dank
      Ihr Naturheilmittel-Info-Team

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