Roter Tee

Roter Tee
Roter Tee ist sehr beliebt und kann vielseitig eingesetzt werden.

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Roter Tee – diese Bezeichnung hört man in westlichen Breiten eher selten, und so ist die richtige Klassifizierung auch nicht ganz einfach. Denn der Begriff „Roter Tee“ wird für unterschiedliche Teesorten verwendet, die aber eines gemeinsam haben: ihre Ursprungspflanze Camellia sinensis bzw. Camellia sinensis var. assamica.

Die Teepflanze und ihre Inhaltsstoffe

Pflanzenprofil

Camellia sinensis, so der botanische Name für den Teestrauch, ist ein Kameliengewächs, dessen Ursprung im China vor Jahrtausenden liegt. Je nach Anbauregion, Pflück- und Weiterverarbeitungsverfahren werden daraus die verschiedenen Teesorten hergestellt, die als schwarzer, grüner, weißer, gelber oder eben als „roter“ Tee in den Handel kommen. Oft gibt die Anbauregion zusätzlichen Aufschluss über Art und Geschmack des Tees, etwa wenn er als sortenreiner Darjeeling, Assam oder Ceylong verkauft wird.

Inhaltsstoffe

Die Teepflanze Camellia sinensis ist reich an Gerbstoffen und Flavonoiden, dazu kommen verschiedene Mineralstoffe und Vitamine sowie Aminosäuren und Enzyme. Seine wohltuende und entspannende Wirkung ergibt sich aus dem Zusammenspiel ihrer Wirkstoffe. Hinzu kommt die mild anregende Wirkung des Teins, bei Kaffe als Koffein bekannt. In China, dem Ursprungsland der Teekultur, wird dem Tee auch eine Gesundheitswirkung nachgesagt. Im Westen gilt er als reines Genussmittel, da wissenschaftlich fundierte Aussagen über Heilwirkungen bisher nicht vorliegen. Daher gibt es für Camellia sinensis bisher auch keine Positiv-Monografie der Kommission E (*). Der HMPC (Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel) bestätigt jedoch, dass es sich um ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel auf Basis langjähriger Anwendung handelt (1).

Der „echte“ Rote Tee

Speziell der Tee aus der chinesischen Provinz Yunnan besticht im Aufguss durch eine golden-rötliche Farbe, was ihm den Namen“ hongcha“, also wörtlich „roter Tee“ einbrachte. Als besonders gute Qualität gilt neben dem Yunnan-Tee auch der Keemun aus der Provinz Anhui.

Herstellung

Die Blätter des Roten Tees werden nach dem Pflücken unter guter Belüftung zum Welken ausgelegt, bevor sie gerollt werden, um die ätherischen Öle frei zu setzen. Im Unterschied zum Grüntee wird der Rote Tee anschließend bei einer maximalen Temperatur von 30 Grad Celsius fermentiert. Dadurch entsteht das typische Aroma. Die anschließende Trocknung bei 85 Grad Celsius konserviert Inhaltsstoffe und Geschmack.

Zubereitung

Je nach Geschmack werden 1-3 Teelöffel Teeblätter mit 1 Liter kochendem Wasser übergossen. Nach 3 Minuten Ziehzeit hat der Tee einen angenehm milden Geschmack und eine verdauungsanregende Wirkung. Nach 5 Minuten hat man ein recht kräftiges Getränk, das auch gegen Verstopfung helfen kann. Eine noch längere Ziehzeit ist nicht empfehlenswert, sie macht den Tee durch die enthaltenen Gerbstoffe bitter. Roter Tee wird in China immer ohne Milch, Zucker oder andere Zusätze getrunken, also absolut pur.

Pu Erh oder “Roter Tee”

Im Prinzip ist Pu Erh ein unfermentierter Grüntee aus den Blättern und Blattknospen der Qingmao-Teepflanze, einer Unterart der Camellia sinensis. Das Besondere am Pu Erh Tee sind sein Herstellungsverfahren und seine lange Reifezeit. Auch hier ist es der Aufguss, der eine ausgeprägt rötliche Farbe hat und so dem Tee seinen Namen verleiht.

Herstellung

Es gibt zwei Formen von Pu Erh Tee: den besonders wertvollen Sheng Cha (grüner Pu Erh), der sich durch jahrelange Reife- und Fermentationszeit auszeichnet, und den Shou Cha (dunkler Pu Erh), dessen Blätter bereits nach etwa zwei Monaten durchfermentiert sind. Während Sheng Cha mit der Zeit immer besser wird wie ein guter Wein, ändert sich der Geschmack von Shou Cha nach Fertigstellung kaum noch. In beiden Fällen werden die leicht welken, angetrockneten Teeblätter zunächst leicht geröstet. Sheng wird vorsichtig über Wasserdampf erhitzt und in kleinen Mengen sofort zu „Teekuchen“ gepresst und in dieser Form gelagert. Die Weiterverarbeitung von Shou erfolgt in großen Blatthaufen. Auch er kann jedoch anschließend in Formen gepresst werden, oft wird er aber auch als lose Ware angeboten.

Zubereitung

Mit einem speziellen Werkzeug, einer Art stumpfem Messer, wird die benötigte Menge Pu Erh vom Teekuchen abgehoben (etwa 3-5 Gramm). Pu Erh wird mit kochendem Wasser gekocht, und am besten wird auch die Kanne bereits vorgewärmt. Nun muss es schnell gehen:

  • Die Blätter werden zunächst mit dem heißen Wasser übergossen und praktisch sofort wieder abgegossen. Damit soll der Tee „aufgeweckt“ werden und seine vollen Aromaten und Inhaltsstoffe bereitstellen. Man bezeichnet diesen Vorgang auch als „Waschen“.
  • Dann kommt der eigentliche Aufguss. Je nach Geschmack beträgt die Ziehzeit aber auch jetzt nur 5 bis 15 Sekunden. Dabei sollen die Blätter komplett herausgesiebt werden, denn im Wasser verbleibende Blätter würden ein Nachziehen bewirken.
  • Die Blätter können anschließend für mehrere weitere Aufgüsse verwendet werden. Dafür immer wieder neues kochendes Wasser verwenden. Der Geschmack verändert sich mit der Anzahl der Aufgüsse leicht und wird zunehmend intensiver. Bis zu 5 Aufgüsse sind kein Problem, ein besonders alter und hochwertiger Pu Erh kann sogar bis zu 15 Mal aufgegossen werden.

Der „falsche“ Rote Tee

Auch Rotbusch- oder Rooibos-Tee wird manchmal als „Roter Tee“ bezeichnet, was sich aus seinem Namen und der dunkelroten Farbe des Aufgusses erklären lässt. Rotbusch hat allerdings mit der Teepflanze Camellia sinensis nichts zu tun. Rotbuschtee wird hergestellt aus einem in Südafrika beheimateten Hülsenfruchtgewächs mit dem botanischen Namen Aspalathus linearis. Im Gegensatz zu Camellia sinensis beinhaltet Rotbusch kein Koffein und wenige Gerbstoffe, besitzt aber einen hohen Mineralstoffgehalt. In Südafrika ist der mild-süße Tee Nationalgetränk.


Wichtiger Hinweis

Alle bereitgestellten Informationen auf Naturheilmittel-info.de dienen ausschließlich der Information und ersetzen niemals den medizinischen Rat Ihres Arztes. Bevor Sie Medikamente, Medizinprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen ist immer ein Arzt zu konsultieren, der über die Wirksamkeit und Wechselwirkung mit anderen Medikamenten Auskunft geben kann. weitere Informationen

Zusammenfassung

  • Unter „rotem Tee“ versteht man in China Schwarztee. Während man im Westen die Farbe der Blätter als Anlass für die Namensgebung nahm, war es in China die Farbe des Aufgusses.
  • Oft wird auch Pu Erh Tee als „roter Tee“ bezeichnet, denn hier ist die Farbe des fertigen Getränks ebenfalls dunkel-rötlich.
  • Rotbuschtee ist mit Schwarztee und Pu Erh nicht verwandt und in diesem Sinne kein „roter Tee“. Diese irrtümliche Bezeichnung leitet sich aus seiner Aufgussfarbe und seinem Namen ab.

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Literaturquellen zum Artikel

  • (*) Sachverständigenkommission mit Beraterfunktion zur Zulassung pflanzlicher Arzneien beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, BfArM
  • (1) HMPC, Committee on Herbal Medicinal Products: Community herbal monograph on Camellia sinensis (L.), EMA/HMPC/283630/2012, 12.03.2013

Stand: 15. Mai 2014

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