Teepflanze

Teepflanze
Die Teepflanze ist ein sehr schmackhaftes Getränk mit einer vielfältigen Heilwirkung.

Foto: © crimson - Fotolia.com

Tee, dieser aus den Blättern der Teepflanze gewonnene, wohltuende Trunk, ist weltweit verbreitet. Rund um den Globus wird er als Genussmittel geschätzt, das anregen und beruhigen kann, von innen wärmt und eine kleine Pause zur echten Auszeit macht. Klassiker ist der Schwarztee, doch auch in westlichen Breiten lange unbekannte Sorten wie Grüntee oder Weißer Tee haben mittlerweile ihren Siegeszug um die ganze Welt angetreten. Zu verdanken sind diese unterschiedlichen Genüsse einer einzigen Pflanze: der Teepflanze „Camellia“

Kleine Teegeschichte

Schon vor mehreren Tausend Jahren wurde die Teepflanze in China wild wachsend entdeckt und schließlich kultiviert. Sie war in der chinesischen Medizin zunächst als Heilpflanze anerkannt, wurde jedoch schnell auch zum reinen Genussmittel. Die Rolle als traditionelles Heilmittel trat vorübergehend sogar fast völlig in den Hintergrund. Im 17. Jahrhundert kam der Tee auf dem Seeweg nach Holland, etwa zu gleicher Zeit auch auf dem Landweg nach Russland. Von Holland aus gelangte das köstliche Kraut nach England, wo der Fünf-Uhr-Tee noch heute ein sehr geschätztes Ritual ist. Bald war Tee weltweit in aller Munde. 1908 wurde in New York der Teebeutel erfunden, und seither wandert ein Teil der Teepflanzen in diese kleinen Beutelchen.

Pflanzenprofil der Teepflanze

Bei der Teepflanze handelt es sich um einen immergrünen Strauch mit lederartigen, etwas gezahnten dunklen Blättern. Ihren Ursprung hat das Kameliengewächs in China. Es werden zwei Ur-Arten unterschieden:

Camellia sinensis (China-Busch)
Mit den relativ zarten und kleinen Blättern, die einen moderaten Gerbstoffgehalt und einen fein-blumigen Geschmack haben, ist Camellia sinensis gut geeignet für die Herstellung von Grüntee und Darjeeling bester Qualität. Sie verträgt Kälte, wird bis zu 4 Metern hoch und kann ein stattliches Alter von bis zu 100 Jahren erreichen.

Camellia assamica (Assam-Busch)
Ihren Namen hat diese Teepflanze von seiner Herkunftsregion, dem indischen Distrikt Assam. Camellia assamica ist großblättriger als sinensis, braucht reichlich Niederschlag, ist aber etwas frostempfindlich. Ihre Blätter liefern einen kraftvoll-würzigen Tee. Unbeschnitten kann sie bis zu 20 Metern Höhe erreichen, allerdings wird sie meist nicht älter als 50 Jahre.
Für den Teeanbau wurde aus den beiden Ur-Teepflanzen eine dritte Variante gezüchtet, ein so genannter Hybrid (lateinisch hybrida = Mischling). Diese Hypridpflanze ist sehr widerstandsfähig. Sie mag hohe Luftfeuchtigkeit und wächst gerne in einer Höge bis zu 2.000 Metern. Auf den Teeplantagen werden die Sträucher in einer Höhe von etwa 1 – 1,5 Metern gehalten, um die Ernte zu erleichtern.

Inhaltsstoffe der Teepflanze

Die Inhaltsstoffe des Tees, die für den Wohlgenuss verantwortlich sind und denen auch eine gesundheitliche Wirkung zugesprochen wird, sind im Wesentlichen

  • Flavonoide,
  • Gerbstoffe,
  • Mineralstoffe,
  • Vitamine und
  • Aminosäuren.

Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe mit einer antioxidativen Wirkung, die gegen freie Radikale vorgehen und eine zellschützende Wirkung haben. Die bis zu 25 % Gerbstoffe wirken sich beruhigend auf den Magen aus.

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Zu den Mineralstoffen im Tee zählt unter anderem das Magnesium, das eine entspannende Wirkung auf den Körper besitzt. Die enthaltenen B-Vitamine werden auch als „Nervenvitamine“ bezeichnet, da sie den Geist beruhigen und entspannen sollen. Tein (eigentlich Koffein, wird bei Tee aber als Tein bezeichnet) hat die bekannte anregende Wirkung. Außerdem ist die Teepflanze mit 0,15 mg pro Gramm Blätter eine der fluoridreichsten Gewächse.
Da Teeblätter als Lebensmittel eingestuft sind, hat die Kommission E/ESCOP bisher keine Bewertung hierzu abgegeben. Es wurde jedoch ein Pflanzenprofil erstellt, da eine traditionelle medizinische Nutzung besteht.

Die Teesorten

Die Vielfalt an Teesorten, wie sie heute geschätzt wird, entsteht durch klimatische Unterschiede innerhalb der Anbauregionen und durch die Art der Weiterverarbeitung nach der Ernte. Ausgangsmaterial für die verschiedenen Sorten ist jedoch immer die Teepflanze Camellia.

Schwarzer Tee

Die orthodoxe Methode der Schwarztee-Herstellung beinhaltet fünf Schritte: Welken, Rollen, Fermentieren, Trocknen und Sortieren. Je nach Ernteregion erhält er seinen Namen, etwa Darjeeling oder Ceylong.

Grüner Tee

Grüntee wird nicht fermentiert, sondern nach dem Welken vorsichtig gedämpft. Mineralstoffe und Vitamine bleiben daher in höherem Maß erhalten. Grünem Tee werden verschiedene gesundheitliche Effekte nachgesagt.

Weißer Tee

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Der kostbare Weiße Tee wird ausschließlich aus den oberen, noch ungeöffneten Knospen der Teepflanze gepflückt. Rund 30.000 Knospen werden für 1 Kilo Tee benötigt. Durch eine extrem schonende und werterhaltende Weiterverarbeitung gilt er als besonders reich an wertvollen Inhaltsstoffen und daher eher als traditionelles Heilmittel denn als Genussmittel.

Oolong

Für Oolong werden die reifen, oberen 4 Blätter der Teepflanze gepflückt. Sie müssen in der Sonne leicht welken, ehe sie unter Wenden, Schütteln und Reiben fermentieren und mit Sauerstoff oxidieren. Bei Erreichen des gewünschten Oxidationsgrades (45 % bei grünem Oolong, bis zu 70 % bei dunklem Oolong) wird die Fermentation durch Erhitzen gestoppt. Es entsteht ein sehr delikater, blumiger Tee mit dezenter Süße und leichten Fruchtaromen.

Pu Erh

Der nach der gleichnamigen Stadt benannte Tee wird nach der Ernte erhitzt, Enzyme werden deaktiviert. Dann werden wertvolle Mikroorganismen und Teepilze zugesetzt. Besonders wertvoller Pu Erh kann bis zu 60 Jahren Reifezeit durchlaufen.

Studien zum Tee

Studien über die Wirkung der Teepflanze als Naturheilmittel weisen darauf hin, dass vor allem Grüntee und schwarzer Tee aufgrund des hohen Gehalts an Antioxidanzien eine gesundheitsfördernde Wirkung besitzen. Das gilt vor allem in Bezug auf eine mögliche Prävention vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, worauf auch die Rotterdam-Studie hinweist (1). Andere Studien befassen sich mit einer möglicherweise cholesterinsenkenden Wirkung oder einem positiven Effekt gegen Stress. In Japan laufen Langzeitstudien zur Wirkweise von Grüntee. Eine zusammenfassende Bewertung verschiedener Studien liefert die Veröffentlichung von Dr. oec. troph. Eva-Maria Schröder (2).


Wichtiger Hinweis

Alle bereitgestellten Informationen auf Naturheilmittel-info.de dienen ausschließlich der Information und ersetzen niemals den medizinischen Rat Ihres Arztes. Bevor Sie Medikamente, Medizinprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen ist immer ein Arzt zu konsultieren, der über die Wirksamkeit und Wechselwirkung mit anderen Medikamenten Auskunft geben kann. weitere Informationen

Zusammenfassung

  • Die Teepflanze liefert ein wunderbar schmackhaftes, variationsreiches Getränk, das mit seinen Duft- und Aromastoffen als Genussmittel unbestreitbar zum Wohlbefinden beiträgt.
  • Traditionell wird dem Tee auch ein gesundheitlicher Wert zugesprochen. Neuere Forschungsergebnisse weisen ebenfalls in diese Richtung.

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Stand: 3. Mai 2014

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