Vitamin A

Vitamin a

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Zunächst: Den einen Nährstoff dieses Namens gibt es nicht. Vielmehr handelt es sich bei Vitamin A um eine ganze Familie chemisch verwandter Wirkstoffe tierischen und pflanzlichen Ursprungs.

Vitamin A aus tierischen Quellen

Die „tierischen“ Mitglieder dieser Familie sind die vier sogenannten Retinoide:

  • Retinal
  • Retinol
  • Retinoidsäure
  • Retinylester

Diese Formen von Vitamin A sind auch in unserem Körper zu finden. Sie können ineinander umgewandelt werden [1] und erfüllen die verschiedensten Funktionen rund um Embryonalentwicklung, Wachstum und Zelldifferenzierung [2], Hautgesundheit [3], Immunität [4], Fortpflanzung [5]- nicht zu vergessen den Sehvorgang.

Der Name Retinoid kommt von Retina, der lateinischen Bezeichnung für die Netzhaut des Auges. Dort nämlich spielt das Retinoid Retinal als lichtempfindlicher Bestandteil des Sehpigments Rhodopsin eine für den Sehvorgang absolut unverzichtbare Rolle [6].

Aber Moment – warum heißt es dann, Karotten wären gut für die Augen?

Vitamin A aus pflanzlichen Quellen

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Das bringt uns zu den pflanzlichen Mitgliedern der Vitamin A-Familie. Die sogenannten Carotinoide – gelb, orange oder rötlich gefärbte Naturpigmente – werden von grünen Pflanzen synthetisiert. In den Blättern sind Carotinoide als Hilfsstoffe bei der Photosynthese von Bedeutung. Sie absorbieren Licht im blauen Bereich und bieten Pflanzen damit unter anderem eine Art UV-Schutz. Im Sommer werden die Farben der Carotinoide vom Blattgrün des Chlorophylls überdeckt. In Knospen, Keimlingen sowie natürlich in den bunten Herbstblättern zeigen sie sich deutlich.

Wurzeln schützen sich übrigens mit Carotinoiden vor Infektionen durch Bakterien und Pilze. Es gibt über 800 verschiedene pflanzliche Carotinoide. Viele von ihnen (etwa Lutein und Lycopin) sind bekannt für ihre antioxidative, gesundheitsfördernde Wirkung [7]. Aber nur die vier Carotinoide

  • α-Carotin
  • β-Carotin
  • γ-Carotin
  • β-Cryptoxanthin

können im menschlichen Organismus in Retinoide umgewandelt werden [8]. Hier kommen endlich die Karotten ins Spiel: Sie sind reich an β-Carotin. Andere reiche pflanzliche Quellen von Vitamin A-tauglichen Carotinoiden sind Süßkartoffel, Kürbis, Spinat und Grünkohl.

Wer sichert die Vitamin A-Versorgung ?

Die Produktion von Retinoiden durch tierische Organismen ist von der Aufnahme pflanzlicher Carotinoide mit der Nahrung abhängig. Reine Fleischfresser überlassen diese Arbeit den Pflanzenfressern, von denen sie sich ernähren.

Der Mensch ist normalerweise problemlos in der Lage, mittels bestimmter Enzyme, sogenannter Carotinoid-Oxygenasen, Carotinoide in Retinoide umzuwandeln. Diese Fähigkeit kann jedoch individuell weniger ausgeprägt oder durch verschiedene Faktoren gestört sein. In diesen Fällen sind Leber, Milchprodukte und Eigelb reichhaltige Quellen von Retinoiden.

Was macht der Körper aus dem Vitamin A?

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Im Sinne der Versorgung mit Vitamin A sind die verschiedenen Carotinoide unterschiedlich wertvoll. Jedes durch die Carotinoid-Oxygenase umgesetzte β-Carotin liefert zwei Moleküle Retinal, während aus α- Carotin und β-Cryptoxanthin jeweils nur ein Molekül Retinal entsteht. Weiterhin werden auch nicht die gesamten mit der Nahrung aufgenommenen „Vitamin A-fähigen“ Carotinoide vom Körper lückenlos in Retinal umgewandelt.

Um dem Beitrag der unterschiedlichen Formen von Vitamin A in Lebensmitteln Rechnung zu tragen, wurde die Einheit „Retinoläquivalent“ eingeführt. Sie beschreibt – natürlich nur näherungsweise, denn jeder Körper ist individuell – wie viel Retinoid der Körper aus den aufgenommenen Nahrungsmitteln direkt oder durch Umwandlung der enthaltenen Carotinoide gewinnen kann. Dabei entspricht 1 Milligramm Retinoläquivalent 6 Milligramm β-Carotin oder 12 Milligramm anderer Provitamin A-Carotinoide.

Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt gesunden Erwachsenen die Aufnahme von etwa 0,8 bis 1,1 Milligramm Retinoläquivalent pro Tag [9]. Dieser Bedarf lässt sich durch ein Leberwurstbrot oder eine Beilage von 150 Gramm gekochten Süßkartoffeln, Karotten oder Spinat vollständig decken.

Zu beachten ist jedoch, dass der Körper Vitamin A nur zusammen mit Fetten effektiv aufnehmen und verwerten kann – wertvoll werden die pflanzlichen Carotinoid-Quellen daher erst mit etwas Butter oder Öl [10].


Wichtiger Hinweis

Alle bereitgestellten Informationen auf Naturheilmittel-info.de dienen ausschließlich der Information und ersetzen niemals den medizinischen Rat Ihres Arztes. Bevor Sie Medikamente, Medizinprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen ist immer ein Arzt zu konsultieren, der über die Wirksamkeit und Wechselwirkung mit anderen Medikamenten Auskunft geben kann. weitere Informationen

Zusammenfassung

  • Vitamin A ist unverzichtbar für den Sehvorgang, für Embryonalentwicklung, Wachstum und Zelldifferenzierung, Hautgesundheit, Immunität und Fertilität.
  • Mit den Retinoiden und Carotinoiden gibt es tierische und pflanzliche Formen von Vitamin A. Die pflanzlichen Carotinoide α-Carotin, β-Carotin, γ-Carotin und β-Cryptoxanthin werden im Körper in Retinoide umgewandelt.
  • Die Einheit Retinoläquivalent beschreibt, wie viel Vitamin A der Körper tatsächlich aus einem Lebensmittel gewinnt. Die DGE empfiehlt die tägliche Aufnahme von etwa 1 mg Retinoläquivalent.

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Literaturquellen zum Artikel

Stand: 27. März 2014

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